„Die Säulenhalle“, Zürich – Themenheft Hochparterre
Der Strassenraum zwischen dem Bahnhof Hardbrücke und dem Escher-Wyss-Platz ist heute geprägt von Verkehrslärm, Unübersichtlichkeit und mangelnder Aufenthaltsqualität. Mit der Initiative „Die Säulenhalle” zeiget OOS zusammen mit der gleichnamigen Arbeitsgruppe, wie sich der Raum unter der Hardbrücke in einen 700 Meter langen, überdachten öffentlichen Platz (dem längsten Dach der Schweiz!) für Zürich West transformieren lässt.
Die 1973 in Zürich eingeweihte Innenstadtumfahrung Westtangente, zu der auch die Hardbrücke gehört, gilt bis heute als Symbol für die stadträumliche Zerstörung. Seit ihrer Eröffnung wehren sich Fachleute aus den Bereichen Architektur und Stadtplanung sowie Menschen aus dem Quartier gegen das entstandene Niemandsland – ohne Erfolg.
Anstatt den Kampf fortzusetzen, nutzt die Arbeitsgruppe „Die Säulenhalle” den Bestand der Hardbrücke als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines neuen urbanen Zentrums. Zürich West soll einen öffentlich zugänglichen Ort erhalten, der sozial und räumlich verbindet. Geplant ist eine Programmierung mit öffentlichen Flächen für Märkte, Quartierfeste, Cafés, Läden, Werkstätten, Sportflächen, ein Open-Air-Kino und Aufenthaltsräume.
Damit setzt das Projekt ein Zeichen gegen die fortschreitende Transformation des ehemals lebendigen Trendviertels Zürich West in ein monotones Geschäftsviertel. Namensgebend für die Initiative sind die tragenden Säulen des rund 700 Meter langen Hardbrückenabschnitts zwischen der SBB Station Hardbrücke und der Limmat. Ihr liegen 13 konkrete Massnahmen – die „13 Säulen” – zugrunde, die zusammen einen vielfältig nutzbaren, urbanen Stadtraum für alle schaffen sollen.
Weniger Transitverkehr, mehr Aufenthalt: Der Durchgangsverkehr wird reduziert, die Flächen für Aufenthalt, Begegnung und Gewerbe neu genutzt.
Weg mit den Parkplätzen!: Rund 180 Parkplätze weichen zugunsten von 2000 m2 zusätzlicher öffentlicher Fläche.
Verbannung der Autos unter der Brücke: Der motorisierte Individualverkehr wird unter der Brücke unterbunden, angrenzende Strassen enden als Sackgassen mit Wendeplätzen.
Eine Tramspur daneben statt darunter: Die zentrale Tramtrasse wird seitlich neben die Brücke verschoben – zugunsten der Sicherheit für den Fuss- und Veloverkehr.
Raum für den Langsamverkehr: Der Raum unter der Brücke gehört künftig ausschliesslich dem Fuss- und Veloverkehr, mit optimierter Quartiervernetzung.
Weiterbestehen des Mühlezugs – vorläufig: Der historische Bahnwaggon-Transport bleibt bis auf Weiteres bestehen. Ein möglicher Wegfall schafft später zusätzliche Fläche.
Endlich ein Bahnhofplatz: Der Bahnhof Hardbrücke erhält einen verkehrsfreien, gedeckten Platz mit Aufenthalts- und Nutzungsmöglichkeiten für Quartier und Passanten.
Eine Abfolge von Plätzen: Entlang der Achse entsteht eine Abfolge unterschiedlicher Plätze mit spezifischen Funktionen und atmosphärischen Qualitäten.
Belebte Erdgeschosse: Die angrenzenden Liegenschaften, ob private oder öffentliche, werden mit dem Raum unter der Brücke verknüpft.
Das Ende der Autowaschanlage: Ab 2027 entsteht auf dem Areal ein neues urbanes Zentrum mit Quartierversorgung, Gewerbe, Kultur und 100 Wohnungen.
Ein Freiluftzentrum: Die überdeckte Fläche von 17’000 m2 bildet einen wettergeschützten, vielfältig bespielbaren Stadtraum.
Viele Innenräume: Unter der Brücke entstehen kostengünstige, rückbaubare Boxen für Gastronomie, Läden, Werkstätten und Büros.
Konzentriertes, starkes Grün: Trotz schwieriger Bedingungen wird der Raum intensiv begrünt und wo möglich entsiegelt, inklusive Begrünungselementen an der Brückenkonstruktion.
Die Initiative ist die dritte aus einer Reihe. Bereits die beiden vorangegangenen Vorstösse „Josef will wohnen” und „Blühende Pfingstweide”, die ebenfalls von der Hamasil-Stiftung initiiert wurden, setzen sich für ein intaktes, lebendiges Zürich West ein.
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